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Christoph Becker

Fallstudie · Eigenbau

Drei Behördenseiten, eine Karte, ein verständlicher Satz.

sportboot.news sammelt nautische Warnmeldungen automatisch ein, holt die Koordinaten aus dem Meldungstext und fasst die Lage im aktuellen Seegebiet per Sprachmodell zusammen.

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Das Problem

Die Information ist da. Nur nicht benutzbar.

Wer in Deutschland mit dem Sportboot unterwegs ist, braucht die aktuellen Nachrichten für Seefahrer. Die gibt es — verteilt über mehrere Behördenseiten, in unterschiedlichen Formaten, teilweise als PDF, ohne Kartenansicht und ohne Rücksicht auf ein Telefondisplay.

Vor jeder Abfahrt klickt man sich durch Formulare und liest Texte, um herauszufinden, ob auf der geplanten Route etwas gesperrt, untiefer oder anders als erwartet ist.

Die Lösung

Aggregieren, verorten, zusammenfassen.

Alle relevanten Quellen werden automatisch eingesammelt, die Koordinaten aus den Meldungstexten extrahiert und auf einer interaktiven Karte dargestellt.

Darüber steht ein Lagebericht in verständlichem Deutsch, der die Meldungen im aktuellen Seegebiet zu wenigen Sätzen verdichtet. Was vorher zwanzig Minuten Recherche war, ist ein Blick.

Unter der Haube

Fünf Teile, die zusammenspielen müssen.

01

Scraping dreier Behördenquellen

ELWIS, BSH und PEGELONLINE liefern auf drei völlig verschiedenen Wegen: HTML-Formulare mit Session-Handling, PDF-Dokumente und eine REST-Schnittstelle. Jede Quelle braucht ihren eigenen Weg hinein und eine eigene Fehlerbehandlung.

02

Geo-Kodierung aus deutschem Nautikformat

Koordinaten stehen mitten im Fließtext der Meldungen, in einer Schreibweise, die kein Standardparser kennt. Sie werden extrahiert, geprüft und auf die Karte gebracht — inklusive Meldungen mit mehreren Positionen.

03

Lageberichte per Sprachmodell

Alle Meldungen im Umkreis werden zu einem verständlichen Bericht verdichtet: Brückenöffnungszeiten, Mindertiefen, Strömungshinweise. Die Anfragen werden auf einem 20-Kilometer-Raster gecacht, damit nicht für jede Position neu gerechnet wird.

04

Progressive Web App

Leaflet-Karte, Geolocation, offlinefähig. Auf dem Wasser ist die Verbindung schlecht — die App muss auch dann noch die zuletzt geladene Lage zeigen.

05

Echtzeit-Pegelstände

Messwerte der Küstenstationen laufen direkt in die Kartenansicht, weil die Frage nach der Wassertiefe meistens dringender ist als die nach der Meldungslage.

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Warum ich das gebaut habe

Zwei Gründe, einer davon beruflich.

Als Segler wollte ich die Information, die ich vor jeder Fahrt brauche, an einer Stelle haben statt auf drei Behördenseiten.

Als Techniker wollte ich wissen, was mit heutigen Werkzeugen tatsächlich in kurzer Zeit machbar ist — von der Idee über Scraping und Datenaufbereitung bis zum produktiven Betrieb auf Kubernetes. Diese Erfahrung ist der Grund, warum ich bei KI-Angeboten einschätzen kann, welcher Aufwand realistisch ist und welcher nicht.

Sie haben eine Idee, die ähnlich aussieht?

Dann reden wir darüber, was sie kostet und ob sie den Betrieb überlebt. Dreißig Minuten, unverbindlich.

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